Blog

Schmetterling auf Blume - Uringeruch

Uringeruch – trotz Inkontinenzmaterial?

Das Wort Urin stammt vom lateinischen Wort urina ab, welches ein Synonym des Griechischen οὖρον (=Wasser), ist. Hauptbestandteil des Urins ist Wasser (95%). Darin befinden sich vor allem die Stoffwechselprodukte Harnstoff, Harnsäure und Kreatinin. Außerdem sind Vitamine, organische Säuren, Hormone, Proteine und Farbstoffe enthalten. Urin ist normalerweise klar, leicht bernsteinfarbig, ungetrübt und geruchsfrei.

Alle aufsaugenden Inkontinenzhilfsmittel sind heutzutage so aufgebaut, dass sie den Urin aufsaugen, in ihrem Gewebe binden und Gerüche sicher verschließen. Auf der körperzugewandten Seite vermittelt ein Oberflächenvlies ein angenehmes Hautgefühl und leitet die Flüssigkeit rasch an den Saugkern weiter. Die körperabgewandte Seite besteht in der Regel aus einer textilähnlichen Struktur, zum Beispiel aus Polyethylen, die Wäsche und Kleidung schützt. Der Saugkern enthält neben Zellstoff einen speziellen Flüssigkeitsbinder, den Superabsorber.

Superabsorber: Die Gelierung des Urins

Superabsorber sind Kunststoffe, die in Form von weißem, grobkörnigem Pulver Verwendung in Babywindeln, Verband- und Inkontinenzmaterialien finden. Um das Auslaufen zu verhindern und eventuelle Gerüche zu binden, sind Sie in der Lage ein vielfaches ihres Gewichts an polarer Flüssigkeit aufzusaugen und in gelartige Körper umzuwandeln. Das Gel gibt auch bei Druck, zum Beispiel beim Hinsetzen, keine Flüssigkeit ab.

Man kann sich die einzelnen Kügelchen wie ein Netz vorstellen: Kommen sie in Berührung mit Wasser, entfaltet bzw. dehnt sich dieses Netz aus, indem die Flüssigkeit in die Maschen einsickert.  Dabei unterbindet das entstandene Gel die Entstehung eines Bakterien-Milieus, da kein Sauerstoff in den Kügelchen erhalten bleibt und verhindert somit eine Geruchsbildung, da die Zersetzung des Harnstoffs durch Bakterien nicht stattfinden kann. Gleichzeitig wird der Säureschutzmantel der Haut geschont und Hautirritationen werden vermieden.

Superabsorber haben die Inkontinenzhilfsmittelindustrie seit Anfang der 80er Jahre revolutioniert, da sie den Betroffenen eine höhere Lebensqualität gewährleisten sowie die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Inkontinenzprodukte sind nun dünner und leichter. Natürlich ist die Aufnahmekapazität nicht unbegrenzt und hängt u.a. von der Superabsorbermenge ab.

Im folgenden Video können Sie sich die den Prozess der Gelierung von Superabsorbermaterial ansehen:

Achtung: Wenn Urin trotz Nutzung von Inkontinenzmaterialien ungewöhnlich riecht

Unter bestimmten Umständen kann es bei einer Veränderung der Zusammensetzung des Urins, trotz der geruchsbindenden Eigenschaften des Superabsorbers, zur Geruchsentwicklung kommen. Beispielsweise nach dem Verzehr besonderer Lebensmittel wie Knoblauch oder Spargel, dem Vorliegen einiger Grunderkrankungen oder der Einnahme von Medikamenten.

Antibiotika wie Penicillin könnten einen Geruch nach Fäulnis oder Ammoniak hervorbringen, da das Medikamente über die Nieren durch den Urin ausgeschieden wird. Bei Patienten mit Morbus Parkinson sowie bei der übermäßigen Zufuhr von Vitamin C können sich sowohl Geruch als auch Farbe des Urins verändern.

Wie bereits erwähnt ist Urin im Normalfall geruchsfrei. Sollte er doch einen ungewöhnlichen Geruch aufweisen, kann dieser auch auf physische Probleme hindeuten. Folgende Zusammenhänge zwischen Geruch und eventuellen körperlichen Erkrankungen können bestehen:

  • Ammoniak-Geruch: Bakterielle Infektionen oder Vitamin-D Mangel
  • Fischiger Geruch: Infektion im Genitalbereich oder Trimethylaminurie (Stoffwechselstörung)
  • Fauliger Geruch: Tumor, Parkinson oder Schädigung des Harntraktgewebes
  • Azeton-Geruch: Diabetes Mellitus, eine außergewöhnliche körperliche Anstrengung oder Fieber

Fällt Ihnen bei Nutzung von Inkontinenzprodukten ein unangenehmer Geruch auf, sollten Sie die oben genannten Ursachen ausschließen lassen. Auch die Materialzusammensetzung der Inkontinenzmaterialien kann mit Urin unterschiedlich reagieren. Testen Sie ein Produkt eines anderen Herstellers. Ein anders zusammengesetztes Produkt bietet die Möglichkeit, dass das Problem nicht oder nur deutlich gemindert auftritt.

Bleibt trotz aller Maßnahmen ein unangenehmer Uringeruch, so kann man ihm mit angemessener Flüssigkeitszufuhr, angepasster Ernährung, korrekter Hygiene oder auch mit Raum-Sprays entgegenwirken.

Fazit

Im Normalfall wird der Urin in Ihrem Inkontinenzmaterial keinen unangenehmen Geruch verbreiten, dafür sorgen die integrierten Superabsorber im Material. Oft sind es harmlose Gründe, die für einen temporär veränderten Geruch verantwortlich sind: Zu geringe Flüssigkeitszufuhr, bestimmte Nahrungsmittel oder Medikamente. Sollte ein veränderter Geruch andauern, halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt. Beim Vorliegen eines physischen Problems schickt uns der Körper oft Signale, die unsere Alarmglocken läuten lassen sollten. Treten unangenehme Gerüche ohne Vorliegen einer physiologischen Erkrankung auf, könnten Sie einen Wechsel zu einem anderen Inkontinenzprodukt in Betracht ziehen. Sprechen Sie mit uns.

Ihr inkozell-Team

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.