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Ältere Menschen Inkontinenz

Inkontinenz? Kein Tabu – Kommunikation? Ein Muss

Frei von Schamgefühlen bei Urin- und/oder Stuhlinkontinenz

Wenn man an Harn- oder Stuhlinkontinenz leidet, sind Unbehagen- und Schamgefühle ständig präsent. Solche Störungen werden trotz der vielleicht bereits angefangenen Therapie oft als ein unaussprechliches Geheimnis erlebt. Aber muss das wirklich so sein?

Inkontinenz bei Frauen und Männern – Schamgefühle kennen kein Geschlecht

Die Gerüche scheinen Ihnen überall stetig zu wabern, sogar nach der Dusche oder dem Anlegen frischer Einlagen. Ihre Nase ist überempfindlich geworden und Ihre Gedanken bewegen sich ruhelos und sorgenvoll. Was lediglich physisch war, hat sich plötzlich zum Zentrum Ihres Lebens entwickelt und dem können Sie nicht mehr entkommen. Vielleicht wagen Sie sogar nicht einmal gegenüber Ihrem/r Partner/in oder der Familie solch ein ´Geheimnis´ zu lüften.

Das Beschäftigen mit dem Problem bezieht eine Reihe von Faktoren ein: Geschlecht, Alter, Lebensstil, wenn man nur diese 3 als am meisten entscheidend nennt. Viele Männer fühlen sich wie Kinder oder einfach ´entmannt´, während Frauen in der Regel bereits mit Monatshygiene hantieren – aber dies sind nur wenige Beispiele von einer Litanei an Bedenken.

Allerdings bringt das Leiden unabhängig davon etliche soziale und alltägliche Nebenwirkungen mit sich, wie z.B. Urin- oder Stuhlgeruch, Unbequemlichkeit und Schamgefühle. Bei manchen führt es sogar zur Abkapselung vom eigenen sozialen Umfeld und zur Selbst-Stigmatisierung. Zurückweichen, verschwindendes sexuelles Leben, restriktive Flüssigkeitszufuhr sowie die Vermeidung von Orten ohne Zugang zu einer Toilette schließen sich in der Regel dem ungewollten Abgang des Stuhls- oder Harns an.

Darauffolgend gewinnen selbstgemachte Vorgehensweise i.d.R. den Vorrang vor medizinischer Konsultation und allzu oft führen Peinlichkeit und Scheu in der Anfangszeit deshalb zur Tabuisierung. Wie eine Kaskade stützen folglich die Konsequenzen aufeinander.

Schnelle Diagnose der Ursachen und effektive Pflegeplanung von Harn- oder Stuhlinkontinenz

Laut Statistiken lassen sich 60% der Inkontinenzbetroffenen nicht behandeln.

Eine schnelle Diagnostizierung ist bei allen Krankheiten vorzuziehen, und in dem Fall einer Inkontinenzerkrankung ist diese Erkenntnis besonders bedeutsam, da sich eine andere Erkrankung dahinter verstecken könnte, deren Verschlimmerung sonst nicht rechtzeitig gehemmt wird. Manchmal tritt Inkontinenz nämlich als Begleiterscheinung von neurologischen Erkrankungen wie Demenz, Morbus Parkinson oder Harnwegsinfekten auf. Die Vermeidung der medizinischen Konsultation könnte also manchmal die endgültige Lösung des Problems verzögern oder gar verhindern.

Inkontinenz & Privatsphäre

Ehe einer sich dem/r Partner/in anvertraut, geht man vielleicht das Risiko ein, die Beziehung wegen des Intimitätsvermeidens zu gefährden. Verschweigt der Betroffene dem/r Partner/in das Aufkommen des Problems, wird die ganze Privatsphäre beeinflusst. Nicht nur ein auffälliges Benehmen könnte dabei die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sondern auch z.B. das unerklärte Ausweichen vom sexuellen Verkehr und Intimität. Darüber hinaus schützt Kommunikation innerhalb vom Paar auch vor Selbstwertverlust und hilft beim vernünftigen Umgang mit dem Problem.

Nicht zu vergessen: Ein Geheimnis kann schwerwiegender als ein Problem sein.

Inkontinenz & Freundeskreis

„Der Mensch ist ein soziales Wesen“ sagte Aristoteles. Solch eine Aussage gilt ja nicht für alles, doch sollte es nicht gleich wegen Inkontinenz ungültig werden.

Das soziale Zurückziehen aufgrund einer Harn- und/oder Stuhlinkontinenz könnte die gesellschaftliche Beteiligung schädigen, was Stress bzw. emotionale Belastung auslöst. Eine der am meisten auftretenden Inkontinenzauswirkungen ist nämlich das Abbrechen von zwischenmenschlichen Kontakten. Es werden z.B. Orte ohne leichten Zugang zu einer Toilette und somit freundschaftliche Treffen vermieden, weil sie unüberwindbaren Hürden gleichen. Der Freundeskreis verengt sich deutlich und neue Bekanntschaften werden zunehmend schwieriger zu finden. Jetzt hat das Tabu das ganze gesellschaftliche Leben als Geisel genommen. Im Falle einer schon anwesenden Depression oder Ängsten könnte das Zurückweichen von der Gesellschaft noch furchtbarere Konsequenzen hervorbringen.

Sich wegen Inkontinenz abkapseln: Lohnt es sich?Wohin führt dies alles?

Die Ursachen von Inkontinenz können nicht nur physisch, beispielsweise nach einer OP, sondern auch psychisch sein, wie z.B. erlerntes Fehlverhalten beim Harn- oder Stuhlabgang, Kommunikationsstörungen innerhalb der Familie usw., die durch Inkontinenz vergesellschaftet werden.

Im vorherigen Abschnitt sind wir auf die sogenannten psychosomatischen Auswirkungen von Inkontinenzstörungen eingegangen, d.h. die Einflüsse des Körpers auf die Psyche. So wie ein Teufelskreis schließen sich auch psychosomatische Rückwirkungen, im Sinne der Reaktion psychischer Vorgänge auf den Körper, an. In anderen Worten: Störungen beim Harn- oder Stuhlabgang verursachen Stress und soziale Abkapselung, was wiederum zu kontraproduktiven oder sogar schädlichen Verhaltensweisen führen kann.

Nach Definition ist Stress der Kampf-oder-Flucht Zustand, die unsere Leistungsfähigkeit während der Stressphase erhöht. Die Dauer dieser Zeitspanne sollte nicht lange anhalten oder häufig auftreten, da ihre Ausdauer schädlich für den Körper ist. Das heißt, dass eine zusätzliche Stressbelastung aufgrund der Tabuisierung und Angst davor, dass es jemandem auffallen könnte, ist einfach äußerst kontraproduktiv für den eigenen Körper und für den Inkontinenz-Zustand.

Hier haben wir drei „selbstgemachte Lösungen“ bzw. falsche Mythen gegen Inkontinenz zusammengefasst.

Gegen die 3 üblichsten Reaktionen auf Inkontinenz ankämpfen

1. Wenig trinken

Sie wurden zum freundlichen Treffen eingeladen, es könnte sich stundenlang hinziehen und vielleicht ohne leichten Zugang zu einer Toilette. Die einfachste Lösung klingt auch als die sinnloseste: Vor dem Treffen bloß nichts trinken.

Die Stagnation von hoch konzentriertem Urin belastet und reizt nämlich die Blase, was einen erhöhten Harndrang zur Folge hat. Auch eine Obstipation (Verstopfung) kann als Konsequenz auftreten, die wiederum die Gefahr einer Harnwegsinfektion erhöht. Einhergehend mit der Nicht-Spülung der Nieren, der Blase und der Harnröhre können sich Bakterien schneller ansammeln und Entzündungen auslösen. 1,5-2 Liter Wasser und die Ausscheidung von 1000 bis 2000 ml Urin pro Tag ist daher empfehlenswert.

2. Isolation

Laut der Deutschen Kontinenz Gesellschaft leiden ca. 9 Millionen Menschen in Deutschland an Inkontinenz, jede vierte Frau und jeder achte Mann. Das heißt, dass wahrscheinlich Ihr Nachbar gegen die gleichen alltäglichen Einschränkungen kämpfen muss, oder vielleicht, dass der Bankangestellter, den Sie jeden Monat sehen, morgens seinen Windelbeutel für den Tag vorbereiten muss. Wissen die Kollegen darüber Bescheid? Vermutlich nicht, und wahrscheinlich werden Sie es auch nie erfahren.

Das Inkontinenzproblem ist verbreiteter als man denkt und innovative Strategien und Hilfsmittel für die Erleichterung des alltäglichen Lebens sind verfügbar und stehen online und im lokalen Handel zum Verkauf. Finden Sie sich nicht mit Ihrer Situation ab, teilen Sie Ihre Sorge jemandem mit und suchen Sie die auf Sie zugeschnittene Lösung.

3. Sport vermeiden

„Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“, die lateinische Redewendung „Mens Sana in Corpore Sano“ sagt bereits alles. Je nach Zustand und Bedürfnissen des Betroffenen kann man mit der Hilfe eines Spezialisten und einer Hand voll Geduld bzw. Hartnäckigkeit die beste Lösung finden. Und den passenden Sport auch: Sportliche Aktivität ist zwar gut, aber nur, wenn sie den Beckenboden nicht zusätzlich belastet. Schwimmen, Radfahren oder Wandern stellen besonders geeignete Alternativen dar, da sie ihn entlasten, während von Tennis oder Jogging Experten abraten.

Das Beckenbodentraining sollte eine Selbstverständlichkeit werden. Mit diesem Begriff sind einige Übungen gemeint, die das Muskelgeflecht verstärken. Die Beckenbodengymnastik können Sie bei beispielsweise bei Physiotherapeuten oder mit Hilfe von Anleitungen erlernen. Integrieren Sie sie in ihren Alltag, auch wenn nur für 10-15 Minuten pro Tag.

Fazit

Wir möchten die Inkontinenz keinesfalls bagatellisieren, jeder erfährt sie in einer einzigartigen Weise mit ganz individuellen Problemen. Was uns aber wichtig erscheint, ist Stigmatisierung und Tabuisierung abzubauen.

Inkontinenz ist ein Thema, kein Tabuthema!

Eine weitere Frage stellt sich: Kann man solch ein Problem von den angeblich unvermeidbaren, unversteckbaren Sekundäreffekten wie Gerüchen und Nässegefühl abkoppeln?

Heutzutage bieten die Inkontinenzhilfsmittelerbringer (hier  geht es zu unserem Shop) ein breites Spektrum an Inkontinenz-Windeln, Urinalkondomen, Urinbeuteln, Kathetern, Beckenbodentrainern usw., die sich an jedes Bedürfnis adaptieren lassen und effektive Leistungen erbringen Dazu zählt auch eine hohe Saugkraft bei geringer Größe und die Umwandlung von Urin zu Gel, sodass entwürdigende Gerüche gar nicht erst freigegeben werden können.

„Für alles eine Lösung – nur für den Tod nicht“ hat einmal jemand gesagt. Das Problem soll zwar nicht abgewertet werden, doch soll man sich auch nicht davon überrennen lassen.

Haben Sie ähnliche oder andere Erfahrungen zum Thema Inkontinenz als Tabuthema gemacht? Berichten Sie uns doch gerne (anonym) in den Kommentaren!

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